Jahresrückblick 2025

Ein Jahr voller Mut, Aufbau und bewegender Begegnungen

Die Fürstenberg Foundation ist noch jung, doch der Rückblick auf 2025 zeigt uns, wie viel Kraft in einem jungen Anfang stecken kann. In den vergangenen zwölf Monaten sind Projekte gereift, Räume entstanden und Menschen zusammengekommen, die eines verbindet: die Überzeugung, dass mentale Gesundheit Aufmerksamkeit, Wärme und gemeinsames Handeln braucht.

Dieses Jahr war für uns ein Aufbruch – getragen von Herz, Engagement und der tiefen Bereitschaft, etwas Wertvolles zu bewegen.

Der Jugendbeirat – Eine wachsende Stimme mit großer Bedeutung

Schon bei unserer Gründung wurde schnell deutlich, wie wichtig uns die Perspektive junger Menschen ist. Mit der finanziellen Unterstützung des Deutschen Kinderhilfswerk entstand unser Jugendbeirat, ein Gremium, das von Beginn an ein zentrales Fundament unserer Arbeit bildet und in 2025 von 15 auf 18 Mitglieder angewachsen ist.

Jede neue Stimme bringt eigene Erfahrungen, Gefühle und Gedanken mit ein. Zusammen bilden sie ein starkes, vielfältiges und engagiertes Team, das unsere Arbeit in der Entwicklung stützt und Authentizität schenkt.

Workshop des Jugendbeirats 2025

Ein besonderer Moment im Frühsommer dieses Jahres war der Stiftungstag auf dem Hamburger Rathausmarkt: Dort trat der Jugendbeirat erstmals und ganz selbstbewusst in den Dialog und hat Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt thematisiert. Diese Begegnungen machen spürbar, wie wichtig es ist, Jugendlichen echten Raum zu geben. Raum, in dem sie gehört und ernst genommen werden.

Außerdem entwickelte der Jugendbeirat in vier intensiven Workshops klare Empfehlungen, die für die Stiftungsarbeit 2025 richtungsweisend wurden: Was brauchen Jugendliche, um sich mental stabiler zu fühlen? Wie müssen Angebote gestaltet sein, damit sie auch genutzt werden? Wie kann Schule ein Ort werden, der nicht nur Leistung misst, sondern auch auffängt? Die Workshops waren von Ehrlichkeit geprägt und legten die Basis für weitere Projekte. 

Botschafterin Sophia Thiel – Eine Stimme, die Jugendlichen Mut macht

Im Verlauf des Sommers konnten wir dann eine weitere wichtige Wegbegleiterin für uns gewinnen. Gerade junge Menschen finden Halt, wenn jemand den Mut hat, eigene innere Kämpfe sichtbar zu machen. Sophia Thiel begleitet mit großem Engagement die Foundation als ehrenamtliche Botschafterin und ist für viele Jugendliche ein Vorbild, weil sie ihre Geschichte nicht versteckt, sondern teilt.

Unsere Botschafterin Sophia Thiel

Sophia spricht über mentale Gesundheit, wie Jugendliche es sich wünschen: direkt, verständlich und mit echter Nähe. Ihre Offenheit macht Mut. Viele Jugendliche fühlen sich durch sie erstmals ermutigt, über eigene Sorgen zu sprechen. Ein Schritt, der in psychisch herausfordernden Zeiten unglaublich wertvoll ist.

Hilfe und Prävention – Angebote, die Nähe schaffen

Während die Gespräche mit Jugendlichen wachsen, wächst auch das Bedürfnis nach echter Unterstützung, nach Orten, an denen Sorgen ausgesprochen und verstanden werden können. 2025 standen deshalb die Hilfs- und Präventionsangebote für uns besonders im Fokus.

REDEZEIT FÜR DICH – Zuhören als erste Antwort 

Mit REDEZEIT FÜR DICH konnten wir ein niedrigschwelliges Unterstützungsangebot einbinden, das Menschen in schwierigen Lebenssituationen kostenfrei ein offenes Ohr schenkt. Die Initiative schafft ein Umfeld, in dem alle ohne Scheu sprechen dürfen und gehört werden. Gerade Jugendliche empfinden es als befreiend, mit jemandem zu sprechen, der einfach zuhört, und auch das soziale Umfeld erlebt spürbare Entlastung.

Mit fast 400 Zuhörenden deutschlandweit zeigt REDEZEIT FÜR DICH, welch enorme Wirkkraft Ehrenamt entfalten kann. Für uns ist diese Fusion ein großes Geschenk, weil sie ermöglicht, was in herausfordernden Momenten am wichtigsten ist: Menschen jeden Alters unkompliziert und ohne Hürden Unterstützung anbieten zu können. Klicke hier, um bei Redezeit vorbeizuschauen.

Elternabende – Unterstützung für diejenigen, die stützen

Auch Eltern können in Zeiten, in denen es ihren Kindern psychisch nicht gut geht, an ihre Grenzen geraten. Unsere Elternabende wurden, begleitet vom Jugendbeirat, zu geschützten Räumen, in denen Fragen gestellt, Sorgen ausgesprochen und Entlastung gefunden werden konnten.


Viele berichten, wie wohltuend es ist zu erkennen, dass sie nicht allein sind und dass es Wege gibt, gemeinsam mit ihren Kindern durch schwierige Phasen zu gehen.

Elternabende - Fürstenberg Foundation Jahresrückblick

Begegnungsort Schule – Ein Netzwerk für Stabilität

Ein weiterer zentraler Baustein war und ist der Fokus Schule. Schulen sind zentrale Orte im Leben der Jugendlichen und oft Schauplatz ihrer größten Herausforderungen. Gerade hier wird sichtbar, wie es ihnen wirklich geht. Doch häufig fehlt es an Zeit, Wissen oder Mut, psychische Signale ernst zu nehmen.

Mit dem Projekt „Begegnungsort Schule“ wurde 2025 ein wichtiger Grundstein gelegt. Es entstand ein 3-Säulen-Workshopkonzept, das Lehrkräfte, Eltern und Schüler:innen  gemeinsam stärkt mit dem Ziel, ein Netzwerk zu schaffen, das im Schulalltag für mehr Verständnis und Unterstützung sorgt.

„Von der Dunkelheit ins Licht“

Ein weiteres Highlight des Jahres war die Ausstellung „Von der Dunkelheit ins Licht“. Sie zeigte eindrucksvoll den Weg unserer Jugendbeirätin Janne Solcher durch eine schwere Depression, fotografisch festgehalten von ihrem Vater Bertram Solcher. Rund 400 Gäste, darunter Jugendliche, Eltern, Lehrkräfte und Fachkräfte, nahmen teil und erlebten die Ausstellung begleitet von einer Podiumsdiskussion zu Sichtbarkeit, Mut und Unterstützung.

Einblicke in unsere Vernissage
Janne Solcher im Interview

Schüler:innen besuchten die Ausstellung, reflektierten die Eindrücke und tauschten sich über psychische Belastungen, Stress und Selbstwert aus. Die Ausstellung schuf Räume für ehrliche Gespräche, machte psychische Gesundheit sichtbar und hinterließ Momente, die lange nachwirken. Klicke hier, um den Recap-Beitrag der Vernissage zu entdecken.

Ausblick und DANKE für das gemeinsame Jahr!

Alle diese Schritte, Begegnungen und Initiativen haben unser Jahr geprägt. Dass die Fürstenberg-Foundation zum Jahresende für den Annemarie-Dose-Preis nominiert wurde – eine Auszeichnung für innovatives Engagement, das in herausragender Weise gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt –, berührt uns.

Es erfüllt uns auch mit Stolz, aber vor allem mit großer Dankbarkeit. Diese Dankbarkeit gilt vor allem den vielen Ehrenamtlichen, dem Jugendbeirat, dem Fachbeirat und allen Unterstützer:innen, die ihre Zeit, ihre Expertise und ihre Erfahrungen eingebracht haben – ebenso wie den Jugendlichen und ihren Familien, die uns ihr Vertrauen schenken. 

2026 darf weiter wachsen: gemeinsam, getragen von Mut, persönlicher Ansprache und dem festen Willen, Menschen in herausfordernden Zeiten nicht allein zu lassen.

Herzlichen Dank an:


Auch interessant

Diese Themen könnten Dich auch interessieren:

Diese Themen könnten Dich auch interessieren:

Expert*innen, Psychotherapie

Depressionen bei Jugendlichen – warum nimmt psychische Belastung zu?

Wenn Jugendliche stiller werden, gereizter reagieren oder kaum noch Freude an Dingen haben, die früher wichtig waren, kann dahinter mehr stecken als eine schwierige Phase. In ihrem Gastbeitrag erklärt Henrike Ortwein, warum psychische Belastung kein persönliches Versagen ist, woran Ängste, Stress und Depressionen erkennbar werden können — und welche nächsten Schritte Jugendlichen und ihrem Umfeld helfen.

weiterlesen
Depressionen bei Jugendlichen – warum nimmt psychische Belastung zu?

Storys aus dem echten Leben

Sieben Perspektiven, eine Familiengeschichte – Stefan Czimmek über „Sieben Seelen – Ringen um Familie“

Eine Depression verändert nicht nur das Leben der erkrankten Person, sondern oft eine ganze Familie. Im Interview erzählt Regisseur Stefan Czimmek, wie aus seiner eigenen Familiengeschichte der Dokumentarfilm „Sieben Seelen – Ringen um Familie“ wurde — und warum Reden, Zuhören und Selbstfürsorge in belastenden Zeiten so wichtig sein können.

weiterlesen
Sieben Perspektiven, eine Familiengeschichte – Stefan Czimmek über „Sieben Seelen – Ringen um Familie“

Events

18. Oktober 2026 – Filmvorführung „Sieben Seelen“

Im Rahmen der Woche der seelischen Gesundheit zeigt die Fürstenberg Foundation den Dokumentarfilm „Sieben Seelen – Ringen um Familie“ in der ASTOR Film Lounge. Im Anschluss sprechen Regisseur Stefan Czimmek, sein Vater Uwe und Reinhild Fürstenberg über Depression, Familie und die Kraft ehrlicher Gespräche.

weiterlesen
18. Oktober 2026 – Filmvorführung „Sieben Seelen“
STATE OF MIND - Newsletter für Jugendliche

Für alles, was im Kopf so los ist...

Schule, Stress, Freundschaften, Druck, Zukunft, Gefühle... Manchmal ist im Kopf echt viel los. STATE OF MIND ist der Newsletter von Jugendlichen für Jugendliche. Mit ehrlichen Gedanken, wertvollen Impulsen und echten Themen rund um Mental Health. Werde Teil der Community und hol dir neue Perspektiven direkt in dein Postfach.

Alle Daten werden verschlüsselt über unseren SSL-Server versendet. 
Du kannst dich jederzeit wieder von unserem Newsletter abmelden. Weitere Infos findest Du in unseren Datenschutzhinweisen.