Prävention statt Reparatur: Der Medienführerschein

Digitale Medienkompetenz ist ein Schutzfaktor für die Psyche. Der Medienführerschein der OnlineCrew setzt genau hier an – und die Fürstenberg Foundation unterstützt das Projekt mit ihrer Expertise.


Psychische Belastungen beginnen oft im Netz

Die Zahlen sind alarmierend: Immer mehr Jugendliche leiden unter psychischen Belastungen. Cybermobbing, sozialer Druck durch Social Media, ständige Erreichbarkeit und die Konfrontation mit verstörenden Inhalten hinterlassen Spuren. Was im digitalen Raum passiert, wirkt sich unmittelbar auf die mentale Gesundheit aus.

Die Fürstenberg Foundation wurde 2024 in Hamburg gegründet, um psychisch belastete Jugendliche und ihre Familien zu unterstützen. Aus dieser Arbeit wissen wir: Prävention ist der wirksamste Hebel. Je früher Kinder lernen, souverän mit digitalen Medien umzugehen, desto besser sind sie vor psychischen Belastungen geschützt.

Genau hier setzt der Medienführerschein der OnlineCrew an – ein Projekt, das die Fürstenberg Foundation mit ihrer Expertise im Bereich psychische Gesundheit und Prävention unterstützt.


Befähigen statt verbieten

Während Politik und Gesellschaft über Social-Media-Verbote für Minderjährige debattieren, gehen die Gründer:innen der OnlineCrew einen anderen Weg. Stefan Böff sowie Vitesse und Florian Schleinig haben den ersten Medienführerschein für Kinder ab der 5. Klasse entwickelt.

„Die Frage ist nicht, OB Kinder ins Netz gehen – sondern wie gut sie vorbereitet sind, wenn sie es tun", sagt Vitesse Schleinig. „Wir haben als Eltern erlebt, wie hilflos man sich fühlt, wenn das Kind seine Zeit im Internet verbringen möchte und es keinen Kurs gibt, der wirklich vorbereitet. Also haben wir einen gebaut."

Der Ansatz: Nicht verbieten, sondern befähigen. Nicht den Zaun höher bauen, sondern Kindern beibringen, wie sie sich sicher und fair im Netz bewegen. Das entspricht genau der Philosophie der Fürstenberg Foundation: Resilienz aufbauen, bevor Krisen entstehen.


Der „Schwimmkurs fürs Internet"

Der Medienführerschein ist ein Online-Kurs, der Kinder in 18 kurzen Lerneinheiten von maximal zehn Minuten durch alle relevanten Themen der Medienkompetenz führt. Dabei geht es bewusst nicht um technische Bedienung, sondern um:

  • Verhalten: Respektvoller Umgang im digitalen Raum
  • Schutz: Persönliche Daten und Privatsphäre wahren
  • Verhalten: Respektvoller Umgang im digitalen Raum
  • Entscheidungen: Falschinformationen erkennen und kritisch denken

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Verständnis der Systeme dahinter: Wie funktionieren Algorithmen? Warum sind Apps so gestaltet, dass wir möglichst lange bleiben? Dieses Wissen schützt – denn wer das System versteht, kann souveräner damit umgehen.


Peer-to-Peer statt Moralpredigt

„Kinder hören nicht auf Verbote – aber sie hören aufeinander", erklärt Florian Schleinig, Mitgründer der OnlineCrew.

Die Kinder durchlaufen die Level, sammeln Badges für ihren Lernfortschritt und schließen einen sozialen Vertrag miteinander – für faires, respektvolles Verhalten online. Dieser Peer-to-Peer-Ansatz ist wissenschaftlich fundiert und entspricht den Erkenntnissen moderner Präventionsarbeit.

Die gemeinsamen Werte der „Crew": Respekt, Vorsicht und Kritikfähigkeit.

Medienführerschein für Kinder und Jugendliche


Familien werden aktiv eingebunden

Psychische Gesundheit ist ein Familienthema. Deshalb bindet der Medienführerschein Eltern aktiv ein: Zu jedem Level erhalten sie ein Level-Update mit Zusammenfassung, Gesprächsimpulsen und weiterführenden Informationen.

So entstehen natürliche Gesprächsanlässe in der Familie – ein wichtiger Schutzfaktor für die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.


Unterstützt von Expert:innen

Der Medienführerschein wird von namhaften Organisationen begleitet:

  • Fürstenberg Foundation – Expertise in psychischer Gesundheit und Prävention
  • HateAid – Unterstützung bei digitaler Gewalt
  • JUUUPORT – Peer-to-Peer-Beratung für Jugendliche
  • NYZZU – sichere Social-Media-Alternative für Familien
  • Papammunity – Elternperspektive


Gemeinnützig und nachhaltig

Die OnlineCrew ist als gemeinnützige gUG organisiert. Die Hälfte der Erträge fließt in die Weiterentwicklung, die andere Hälfte wird an Organisationen gespendet, die sich für das Wohl von Kindern einsetzen.

Der Online-Kurs ist für Familien ab 14 Euro einmalig verfügbar. Für Schulen gibt es Klassen- und Schullizenzen.


Prävention wirkt

Die Fürstenberg Foundation unterstützt den Medienführerschein, weil er genau das tut, was wirksame Prävention ausmacht: Kinder stark machen, bevor Probleme entstehen. Digitale Medienkompetenz ist kein Nice-to-have – sie ist ein Schutzfaktor für die psychische Gesundheit.

„Die Debatte dreht sich im Kreis zwischen Verbieten und Erlauben", sagt Stefan Böff. „Was fehlt, ist ein konkretes Programm, das Kinder tatsächlich vorbereitet. Machen statt reden."




Zum Team der OnlineCrew

Vitesse Schleinig befasst sich seit rund zwanzig Jahren beruflich mit sozialen Netzwerken. Damals diente Facebook nur dem Austausch von Freundinnen und Freunden, heute ist Hate Speech Gang und Gäbe. Doch sie ist überzeugt, dass wir unseren Kindern das Smartphone nicht auf ewig verbieten können – und dass es umso wichtiger ist, von Anfang an zu sensibilisieren. Trauen wir ihnen etwas zu! Und schaffen wir Vertrauen, indem wir sie begleiten und enablen. Sie ist Mama eines Sohnes, und lebt mit ihrem Mann Florian und zwei Katzen in Hamburg.

Florian Schleinig bewegt sich seit über 15 Jahren in der Kommunikationsbranche. Als Teil von Agenturen und Kommunikationsabteilungen gestaltete er den Rahmen und Raum von Unternehmen und ihrer Botschaften über alle Kanäle hinweg. Aktuell arbeitet er in einer Unternehmensberatung für die Digitalisierung des öffentlichen Sektors und engagiert sich noch ehrenamtlich bei REDEZEIT FÜR DICH - einer sozialen Organisation mit über 350 ausgebildeten ehrenamtlichen Zuhörenden, die er vor über sechs Jahren gegründet hat. Zudem ist er Co-Host des zweiwöchentlichen Elternpodcast Echte Papas. Das seelische Wohlbefinden von Menschen liegt ihm am Herzen. Und mit dem Medienführerschein möchte er positiv auf das von Kindern einwirken.

Stefan Böffs wichtigste Rolle beginnt zu Hause: Er ist Vater eines sechsjährigen Sohnes. Beruflich gestaltet er als Geschäftsführer von Education-Start-ups und KMU die Verbindung von Bildung, Technologie und Gesellschaft. Digitale Medien versteht er nicht nur als Konsumangebot, sondern als Werkzeug: zum Gestalten, Ausprobieren und Erschaffen. Ihm ist wichtig, Kinder zu enablen – weg vom passiven Scrollen, hin zu einem bewussten, kreativen und selbstwirksamen Umgang mit digitalen Möglichkeiten. Aus eigener Erfahrung weiß er: Verbote greifen zu kurz. Entscheidend sind Begleitung, Inspiration und Vertrauen in die Fähigkeiten der nächsten Generation. Sein Antrieb ist es, Räume zu schaffen, in denen Lernen, Technologie und Verantwortung zusammenkommen – praxisnah, verständlich und auf Augenhöhe.

Mehr Informationen:

www.medienfuehrerschein.de

Kontakt OnlineCrew: hallo@die-onlinecrew.de

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